OCCUPEACE Deutschland: Ein Angebot

Der ursprünglich hier stehende Text wurde mit Blick auf das Treffen in Wanfried/Hessen modifiziert –
– Wir freuen uns auf den konstruktiven Gedankenaustausch –

Entstehung  ▪  Heute  ▪  Angebot  ▪  Zwischenschritt  ▪  Autonomie und Netzwerk
  Namensgebung  ▪  Struktur  ▪  Konstituierung

I) Entstehung
In München stellte das Team der ersten (ursprünglichen) Mahnwache für den Frieden (am Sendlinger Tor) bereits im September 2014 fest:
Unter dem Namen „Mahnwache für den Frieden“ tummelten sich in etlichen Städten Inhalte und Personen, die dezidiert nicht mit dem eigenen Selbstverständnis von Frieden kompatibel waren und mit denen keine Gemeinsamkeit mehr zu sehen war. Außerdem hatten leider etliche (auch prominente) Trittbrettfahrer den Namen und das Image der Mahnwachen für den Frieden missbraucht und instrumentalisiert. So schien – bedingt durch interne Entwicklungen innerhalb der Szene sowie durch externe Einflüsse – aus Sicht der Münchner Teams der Name Mahnwache für den Frieden verbrannt. Der Name / Begriff “Mahnwache für den Frieden” ist nicht geschützt – somit kann jedeR alles darunter veranstalten und verbreiten – auch Inhalte und Positionen, die mit der Haltung des Friedens und der Gewaltfreiheit nicht vereinbar sind.
Daher traf das Team Ende September 2014 folgende Entscheidungen:

Die Münchner Mahnwache für den Frieden am Sendlinger Tor wird beendet.
Das Träger-Team startet mit modifiziertem Konzept an einem anderen Wochentag und einer ausführlichen
Grundsatzerklärung. In dieser sind Selbstverständnis und Prinzipien als Grundlage der Arbeit festgelegt.
Um die Zäsur und den Akzent zu verdeutlichen und zu unterstreichen, wird insbesondere ein neuer Name gewählt:
OCCUPEACE – und für München natürlich: OCCUPEACE München
Die Namenswahl erfolgte bewußt in Anlehnung an die Occupy-Bewegung, deren Werte und Ziele weitgehend geteilt werden.
Durch den geänderten Namen konnte vermieden werden, dass es mehrere „Mahnwachen für den Frieden“ gleichzeitig in der Stadt gibt – was in der Öffentlichkeit nur für Verwirrung gesorgt hätte.

II) Heute
Obgleich sich OCCUPEACE (München) durch seinen o.g. Schritt aus dem unmittelbaren Kontext der Mahnwachen-Szene gelöst hatte, bestand doch weiterhin eine lose Verbundenheit allgemein mit dem Neuaufbruch (innerhalb) der Friedensbewegung.
Daher verfolgte OCCUPEACE die weitere Entwicklung der Mahnwachenszene aufmerksam: Einerseits die Nähe mancher Orgas zu Pegida etc. und EnDgAmE etc., andererseits das Mitwirken einiger anderer Orgas in der Aktion Friedenswinter, das leise Verschwinden einiger Mahnwachen (vor allem in kleineren Städten über den Winter), die quantitativen Schrumpfungen allgemein, die Differenzierungs- und Trennungsprozesse innerhalb einiger Orgas in manchen Städten.
Auf diesem Hintergrund hat sich an der klaren Einschätzung von September 2014 bezüglich des Namens „Mahnwache für den Frieden“ nichts geändert. Gleichwohl kann sich OCCUPEACE eine Vernetzung und Zusammenarbeit mit jenen Orgas vorstellen, welche die gleichen Werte und Prinzipien teilen wie sie in der OCCUPEACE-Grundsatzerklärung ausgeführt sind.

III) Angebot
Von Beginn an war das Projekt OCCUPEACE mit überregionaler (letztlich: internationaler) Perspektive angelegt.
Es mag in weiteren Städten Orgas geben, …
Die sich ebenfalls aus dem Mahnwachen-Kontext heraus lösen und diesen Namen nicht mehr verwenden wollen.
Die dennoch weiterhin unter einem gemeinsamen Namen arbeiten möchten.
Die die ursprünglichen / anfänglichen Friedens-Ideale und -Ziele bewahren wollen.
Daher besteht das Angebot, sich als weitere OCCUPEACE-Gruppen entsprechend (umzu-)gründen.
Das gleiche Angebot gilt natürlich entsprechend auch für unmittelbar neu entstehende Gruppen und Teams.
Domain + Webseite bestehen bereits; entsprechender Webspace würde zur Verfügung gestellt.

IV) Zwischenschritt
Als erster Schritt könnte zunächst – ausgehend vom Treffen in Wanfried – eine unverbindliche Vernetzung aller entsprechend interessierten Orgas entstehen, mit regelmäßigen Video-Konferenzen und 1-2 Präsenztreffen.
Diese dienen dem gegenseitigen weiteren / näheren Kennenlernen, dem Austausch und der Sondierung bezüglich
einer eventuell tiefergehenden Zusammenarbeit – siehe folgend.

V) Autonomie und Netzwerk
Sollten weitere OCCUPEACE-Gruppen entstehen, müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden:
Einerseits soll die lokale Autonomie natürlich so groß wie möglich sein bzw. bleiben; dies umfasst auch die
finanzielle Eigenständigkeit.
Andererseits ist es aber auch wichtig, eine bundesweit zumindest lose Netzwerk- und Koordinations-Struktur
zu entwickeln.
Und es ist notwendig, ein gemeinsames „Branding“ zu etablieren. Dazu muss auch eine verbindliche gemeinsame
Grundsatzerklärung gehören, als Weiterentwicklung der jetzigen Fassung.
Es besteht also die Herausforderung, diese drei genannten Aspekte in eine gute Balance zu bringen.

VI) Namensgebung
Bestandteil eines gemeinsamen Brandings ist auch der gemeinsame Name.
Hier sind folgende Varianten denkbar:

  • komplette (Um)Benennung ausschließlich in OCCUPEACE Ortsname
  • Umbenennung in OCCUPEACE Ortsname unter Hinzunahme des eventuell vorherigen Namens
    z.B. „OCCUPEACE Ortsname“ – Friedenstreff
    oder „OCCUPEACE Ortsname – Friedenswerkstatt“
  • Hinzunahme des Subnamens OCCUPEACE Ortsname
    z.B. „Wir für den Frieden – OCCUPEACE Ortsname“
    oder „Friedenstreff – OCCUPEACE Ortsname“

VII) Struktur
Bezüglich einer künftigen bundesweiten Netzwerk-Struktur muss das Rad nicht neu erfunden werden.
Als Vorbild kann z.B. die basisdemokratische räteorientierte Organisationsweise von Attac Deutschland dienen. Darüber hinaus könnte OCCUPEACE aus den Fehlern von Attac lernen und insbesondere stärker digitale Infrastrukturen nutzen.
Die Webseite würde dann künftig von einem repräsentativen bundesweiten Redaktions-Team betreut werden.

VIII) Konstituierung
Sollte sich eine tragfähige gemeinsame Basis zeigen, so könnte z.B. im Herbst 2015 als öffentlicher Auftakt von OCCUPEACE Deutschland ein erster gemeinsamer Ratschlag aller betreffenden Gruppen bzw. Orgas einberufen werden.
Der Ort sollte sinnvollerweise in der verkehrlichen Mitte des Landes liegen.

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