Nichts als die Wahrheit?

Zunächst muss man erwähnen, dass eine freie Presse die Grundlage für eine funktionierende Demokratie ist. Freie Presse ist aber auch die Grundlage einer nachhaltigen Friedenspolitik. Die US- und EU-Außenpolitik hat uns gezeigt, dass die Presse alles andere als unparteiisch darüber berichtet. Oder fallen viele Leser nur auf russische Propaganda rein? Dieses Urteil soll sich jeder selbst bilden, sonst ist dieser Artikel sinnlos. Denn darum geht’s: im Informationsdschungel zurechtfinden und objektiv urteilen.

Viele Leserinnen und Leser haben es schon gemerkt oder vermutet: unsere Presse ist scheinbar nicht die vierte Gewalt.[1] Die Gewaltenteilung ist in einer Demokratie notwendig, sogar unverzichtbar. “Die Presse muß die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun.” – Louis Terrenoire

Zeitunglesen bzw. Mediennutzung will heute gelernt sein – auch in der Pädagogik schreibt man Medienkompetenz heute groß. Doch in der Pädagogik ist im Ganzen etwas anderes gemeint, dennoch sollte ein wichtiger Bestandteil der differenzierte Umgang mit Nachrichten sein. Bei Medienkompetenz sollte es nicht nur um Manipulation durch Betrüger gehen, sondern auch Manipulation plutokratischer Interessen, sofern das jetzt nicht zu kommunistisch klingt.

Ein wichtiger Schritt, um zu dieser Erkenntnis zu kommen, ist das Bewusstwerden der Manipulation durch Presse und Politik. Daher ist die Aufgabe des Artikels in erster Linie mal das Offenbaren von Manipulitionsmöglichkeiten. An der Stelle muss man sich erstmal von aller Naivität frei machen. Der Mensch ist ein Egoist – wenn er Profit aus etwas schlagen kann, wird er es tun.

 

1. Der Weg der Pressemitteilung

Leser/innen glauben an einen Journalisten wie Clark Kent, aber es funktioniert oft viel einfacher. Investigativer Journalismus gibt es eigentlich kaum noch – zu teuer. Zeitungen und Nachrichtensender kriegen ihre Nachrichten auf dem schnellsten Weg über Nachrichten-Agenturen. Das heißt die Pressestelle einer Firma oder Institution schickt eine Pressemitteilung an Reuters, dpa o.ä. und die Nachrichten-Agentur gibt es an die Zeitungen oder Nachrichten-Sender weiter – sozusagen eine Nachrichten-Vermittlungsstelle. An der Stelle gäbe es bereits Filter-Möglichkeiten. So gelangt die Nachricht von (beispielshalber) der Bundesregierung über die Nachrichten-Agentur an die Zeitung, ganz ohne kritische Nachfrage, sodass in vielen Fällen dieser Artikel nur sprachlich umgeändert und abgedruckt wird. Wollte man die Medien manipulieren, könnte man in einer Nachrichten-Agentur wie Reuters schon viel bewirken. Und Reuters ist eine Aktiengesellschaft, also alles andere als unabhängig.

 

2. Die Presse besteht aus wirtschaftlichen Unternehmen

Leider sind Leser/innen immer sehr blauäugig in ihrer Beurteilung einer Zeitung. Jede Zeitung und jeder Nachrichtensender ist ein wirtschaftliches Unternehmen, teilsweise sogar Aktiengesellschaften. Daher ist es auch wichtig, Schlagzeilen zu wählen, die eine höchst mögliche Auflage erzielen. Erwiesenermaßen verkaufen sich Zeitungen sogar besser, wenn auf dem Titel das Wort Sex vorkommt.[2] Deshalb erfahren wir auch immer die neuesten Sex-Geheimnisse von Promis oder Politikern. Angst, Neugier oder Empörung sind wichtige Emotionen, die der Auflage dienlich sind. Schlagzeilen beinhalten also auch Marketing, nicht zur verschwörerischen Manipulation, sondern zur Steigerung der Auflage. Das heißt auch: Nicht die Zeitung muss sich ändern, sondern der Leser. Der Leser kriegt den Anspruch, den er finanziert.
Ein wichtiger Punkt bei der Beurteilung muss heute unbedingt berücksichtigen, mehr als früher: Der Zeitungs-Branche geht es schlecht. In Zeiten des Internets, auch wenn es für Frau Merkel noch ganz neu ist, verkaufen sich Printmedien deutlich schlechter. Beispielsweise ist die Auflage der Bild am Sonntag um die Hälfte gefallen.[3] Da steht man finanziell ziemlich stark unter Druck und muss sich neue Einnahmequellen überlegen.

 

3. Presse-Prioritäten über NGOs

Nicht denken

Klotze an – nicht denken

Wenn in China ein Sack Reis umfällt, interessiert das normal keine Sau. Passiert das in den USA, kommt das manchmal schon bei uns an. Der Grund sind transantlantische NGOs, über die auch Nachrichten geteilt und verbreitet werden. Nehmen wir die Atlantik-Brücke, hier ist die Springer AG sehr aktiv. Die Atlantik-Brücke fungiert als Netzwerk und privates Politikberatungsinstitut, das muss ja noch nichts schlechtes sein. Schaut man Nachrichten auf N24 oder liest “Die Welt” oder auch BILD, kriegt man immer aktuelle Nachrichten aus den USA. Man kann hierbei über einen transatlantischen Journalismus reden. Kai Diekmann, Chefredakteur von Bild und “Bild am Sonntag” ist im Vorstand der Atlantik-Brücke.[4] Daher ist es auch sehr unwahrscheinlich Kritik an der US-Geopolitik in unserer Presse zu finden, höchstens mal in einem kleinen unbedeutenden Blatt. Aber auch viele Regierungsmitglieder befinden sich in der Atlantik-Brücke, wie auch unsere Bundeskanzelerin Angela Merkel[5], eine Who-is-Who-Liste aus Wirtschaft, Politik und Medien beider Staaten, wodurch eine Zusammenarbeit ermöglicht wird, die der Presse als Vierte Gewalt im Weg steht.

 

4. Politische Ziele als Meinung manifestieren

Im Marketing spricht man von einem Bedürfnis, das gestillt werden muss.[6] Ähnlich funktioniert Politik. Natürlich, wir gehen alle vier Jahre wählen und das war’s dann, oder nicht? Die deutsche Bevölkerung hat in Sachen Demokratie viel aufzuholen, denn sie glaubt, dass ihre Demokratie-Pflichten mit der Wahl erledigt sind. Eine Demokratie, wie in der Schweiz,[7] wäre gegenwärtig undenkbar, weil die Bevölkerung viel zu unpolitisch ist. Sie lassen sich Wahlkampfthemen fertig servieren und wählen dann aus, was sie gern hätten – wie eine Wunschliste. Demokratie funktioniert so aber nicht. Demokratie geht vom Volk aus,[8] nicht von Politikern.

An politische Entscheidungen muss man sich langsam herantasten. Keiner will, dass morgen plötzlich alle auf die Straße gehen. Dafür gibt es mehrere Strategien, bei der die Presse ebenfalls immer behilflich ist, was sie als Vierte Gewalt unserer Demokratie disqualifiziert.

  • Strategie: Zauberei
    Wer einen Zauberer schon mal genauer beobachtet hat, dem fiel auf, dass der Zauberer eine Ablenkung schafft, um das Augenmerk vom Zaubertrick wegzulenken. Beispiel: Obama veröffentlicht den Folterbericht unter der Bush-Area. Die Presse berichtet darüber, erwähnt aber nicht, dass Guantanamo immer noch existiert und es in Polen, auf dem Boden der EU, ein weiteres CIA-Gefängnis gibt, in dem gefoltert wird. Der Leser ist beruhigt, die US-Regierung gesteht ihre alten Fehler ein, aber nicht ihre Gegenwärtigen – die Ablenkung.[9] [10] [11]
  • Strategie: kleine Schritte
    Heute LKW-Maut, morgen PKW-Maut, übermorgen Fahrrad-Maut… Hierbei geht man langsam einen Schritt nach dem anderen. Sollte sich niemand empören, geht man den nächsten Schritt. Diese Strategie ist allgegenwärtig, muss man auch nicht wirklich erklären. Diese Taktik nennt man die Salamitaktik[12] und ist in der Politik eine Standard-Strategie. Wer trotzdem Zweifel hat, sollte sich einfach mal das deutsche Waffenrecht anschauen.
  • Strategie: Bedürfnisse schaffen
    Im Marketing ist das Bedürfnis normal schon da. Wenn es aber nicht da ist, muss man es erst schaffen. Ein topaktuelles und super nachvollziehbares Beispiel ist unsere “verrostete” Armee. Eigentlich geht es hierbei um den NATO-Etat, der von der NATO auf 2 Prozent des BIP vorgeschrieben wurde – das sind immerhin 17 Milliarden Euro zusätzlich.[13] Wie soll man jetzt dem Volk erklären, dass man sich mit der Hartz4-Erhöhung von 0,58 Mrd Euro[14] noch etwas Zeit lässt, aber den Militär-Etat (das 30-fache) einfach mal erhöht. Die Lösung: Alle unsere Waffen sind uralt, wir brauchen unbedingt neue. Die veralteten Panzer bei der Bundeswehr laufen noch mit Kokosnüssen. Und ISIS? Die schauen schon nach uns und wir wären eine leichte Beute. Der Bürger hat das neue Bedürfnis angenommen, alle sind glücklich.

 

5. Beeinflussung einer Schlagzeilen

Stop watching

Stop watching

Bei genauer Betrachtung einer Nachricht, vor allem der Überschrift, erkennt man, dass auch bei BILD keineswegs Idioten sitzen. Aber sie ist für Idioten gemacht oder wie man es in der Zielgruppenanalyse betrachtet: Bürger mit weniger Interlekt. Erschreckend, dass sie auch noch die Zeitung mit der höchsten Auflage ist.[15] Hier soll es jetzt aber nicht um eine Diffamierung der Bild-Zeitung gehen, sondern wie man Schlagzeilen betrachten muss:

  • Beeinflussung durch die Headline
    Kaum vorstellbar oder doch? Die Leser überfliegen viele Artikel nur. Genau genommen lesen sie erstmal nur die Überschrift.[16] Nehmen wir mal den Sender n-tv, wir wollen ja nicht die ganze Zeit auf dem Springer Verlag herumhacken, dieser schrieb am 13. Juni: “Kreml lässt die Maske fallen” – Russische Panzer angeblich in der Ukraine.[17] Selbst dem dümmsten Journalisten müsste bewusst sein, dass Russland mit einer Truppenstärke von 1.000.000 Soldaten die Ukraine nicht mit einem einzige Panzer und einer handvoll Soldaten angreifen wird. Nur eine von ca. 30 Meldungen, dass Russland jetzt in die Ukraine eingefallen ist. In dem Artikel wird diese Information auch klar, dass es sich nur um einen Panzer mit russischer Flagge handelt. Aber nicht, dass auch russische Soldaten darin zu finden sind. Der Artikel will aber erstmal durch die Headline schocken, trotz des Wissens, dass viele Leser nur die Headline lesen. Eine Beeinflussung der Gesamtmeinung ist also unausweichlich.
  • Mangelnde Kenntnisse einkalkulieren
    Schon wieder ein Ukraine-Beispiel: Die Swoboda-Partei war beim ukrainischen Putsch maßgeblich beteiligt und erhoffte sich natürlich davon zu profitieren. Allerdings wurden viele Versprechen nicht eingelöst, sodass die Swoboda-Partei vor dem ukrainischem Parlament demonstrierte. Später wurden noch einige Parlamentsabgeordnete in Mülltonnen geschmissen.[18] In dem Artikel der “Zeit” hieß es: Die rechte Swoboda dementierte eine Beteiligung.[19] Ein kurzer Blick auf das Foto, dafür muss man das Symbol[20] der Swoboda-Partei kennen, zeigt, dass es vermutlich eine reine Swoboda-Veranstaltung ist. Der Leser merkt es nicht, weil ihm die Kenntnisse fehlen und er kein Russisch oder Ukrainisch spricht.
  • Einpflanzen einer Gesellschaftsmeinung
    Schwer zu verstehen, was damit wohl gemeint ist. Das ist eigentlich ganz einfach. Man nehme ein Revolverblatt… “Deutschland ist entsetzt”, “Deutschland ist fassungslos”, “Wir sind Papst” [...] Auf diesem Weg wird dem Leser eine Meinung auf’s Auge gedrückt, was die Deutschen denken und man als Deutscher auch denken sollte, um gesellschaftsfähig zu sein. Gerade Mainstream-Medien bedienen sich dieser Möglichkeit. So wird die Zeitung zu einem Magazin, was In und was Out ist.
  • Auslassen von Fakten
    Wer schon mal eine Doktorarbeit geschrieben hat oder wissenschaftlich publiziert, dem dürfte die Notwendigkeit von Nachweisen bewusst sein. Normal arbeitet auch die Presse so. Beispielsweise schrieb “Die Zeit” – ja schon wieder ein Ukraine-Beispiel – am 19. Oktober: BND macht Separatisten für MH17-Absturz verantwortlich.[21] Der BND-Präsident Gerhard Schindler soll dem parlamentarischen Kontrollgremium entsprechende Beweise präsentiert haben. Man stelle sich vor, dass man bei der Verteidigung der Doktorarbeit jetzt mit einer Behauptung kommt und die Beweise gerade nicht dabei hat, weil sie woanders vorliegen. Natürlich gehören die Separatisten zur Verdächtigen-Liste, aber was macht die Beweise so geheim? Hierbei gab es anscheinend keine Nachfrage seitens der Redaktion, um welche Beweise es sich handelt, was sehr untypisch für einen Journalisten wäre.
  • Unterstreichung einer Aussage durch “Experten”
    Klingt doch eigentlich legitim sich Experten einzuladen, um objektiv das Thema zu beurteilen. Genau das ist mit Naivität in der Einleitung gemeint. Immer, wenn unter dem Namen nicht steht, was ihn/sie zum Experten macht, sondern nur Experte, sollte man sofort den Namen notieren und recherchieren, was den Experten zum Experten macht. Auch hier gibt es ein klasse Beispiel, diesmal von N24 (Springer AG): “In Deutschland wächst nach dem Attentat in Ottawa die Angst vor einem islamistischen Anschlag.”, zu Gast: Lars Winkelsdorf, Qualifikation: Terrorismus-Experte.[22] Na sowas… Name notiert, nachrecherchiert! Lars Winkelsdorf war 2011 doch noch Rechtsextremismus-Experte, ebenfalls bei N24,[23] vermutlich ein Nebenjob nachdem er 2010 noch Waffen-Experte beim SWR1 war.[24] Winkelsdorf schrieb unter anderem ein Buch über den Waffenhandel in Deutschland. Im Zuge dessen folgte eine Fernsehdokumentation für Sat.1 und Kabel 1 über den skrupellosen Waffenhandel in Deutschland. Bei einer späteren Gerichtsverhandlung wegen illegalem Waffenbesitz stellte sich heraus, dass alles nur gestellt war und der Waffenhandel bei Winkelsdorf im Hinterhof durchgeführt wurde, eben als Beweise für seine Reportage.[26] Winkelsdorf ist also schon recht erfahren als Schauspieler. Aus diesem Beispiel sollte man eins lernen: jeder kann Experte sein, es muss nur unter’m Namen stehen.
  • Umfragen
    Manchmal macht es Sinn zwei unterschiedliche Ansichten aufzuzeigen, um eine Thematik rundum zu betrachten, um differenziert urteilen zu können. Macht man aber eine Umfrage und zeigt nur die Meinungen, die zur Schlagzeile passen, kann man das eher als Umfragen-Fälschung oder Manipulation bezeichnen. Schwer nachzuweisen, aber auch hier gibt es ein aktuelles Beispiel. Es gibt sehr viele Meinungsumfragen, wie zufrieden die Deutschen mit der Bundesregierung sind, aber wenn der Auftraggeber die Bundesregierung selbst ist, wird es eher fraglich. Bei T-Online gab es einen Artikel mit einer angeknüpften Umfrage. Der Artikel trug die Überschrift “Rekordwert in Umfrage: Deutsche sind mit der Regierung so zufrieden wie nie”,[27] die Umfrage auf der Webseite mit 82.875 Befragten ergibt allerdings ein Ergebnis, dass 90,1 Prozent nicht zufrieden mit der Regierung sind. Richtig, die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber fiel klar und vernichtend für die Bundesregierung aus. Man muss an der Stelle T-Online freisprechen, die Umfrage wurde von T-Online bereitgestellt, aber der Artikel ist von dpa. Es ist schwierig klare Umfragen-Manipulation aufzudecken, weil man dafür an alle Informationen rankommen muss. In der Regel berufen sich die Medien auf Umfragen, ohne diese wenigstens zu verlinken. “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.” Also werten wir diesen Teil jetzt einfach mal als These, bevor daraus eine Verschwörungstheorie wird.
  • Falsche Zeugen
    Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die Brutkastenlüge – eine PR-Kampagne von Hill & Knowlton, um Politik, Medien und Öffentlichkeit kriegsreif zu machen. Hierbei muss man die Presse freisprechen, weil es keine Beweise für eine direkte Beteiligung gibt. Beispielsweise beim MH17-Unglück sahen wir eine besorgte Mutter, sie sagte für AP in die Kamera “Mr Putin, send my children home”, und es wurde auf der ganzen Welt gesendet.[28] Wichtig war, dass die Mutter Vladimir Putin als Verantwortlichen nannte, der Verlust der Angehörigen war in dem Interview zweitrangig.
  • Gekaufte Artikel
    Neben Werbeanzeigen, kann man in der heutigen Zeit auch Artikel kaufen. Glaubwürdigkeit ist im Marketing eine wichtige Variable, ein unglaubwürdiges Blatt kann nicht glaubhaft verkaufen. Hierbei unterscheidet man auch, ob eine Anzeige abgelöst vom Zeitschriften-Inhalt oder in der Textspalte steht. Glaubhaftigkeit spielt bei der Werbepreis-Kalkulation eine wichtige Rolle.[29] Beispielsweise könnte man in der Computer-Bild entweder eine Anzeige schalten oder einen Artikel über das Produkt, was dem Leser nicht wie Werbung vorkommt – damit erhöht sich die Glaubwürdigkeit.[30] Geht nicht? Habe ich schon gemacht. Natürlich wird das nicht an die große Glocke gehängt, weil die Glaubwürdigkeit davon betroffen wäre. Aber nicht umsonst oder sagen wir lieber nicht kostenlos wird immer über das neuste Apple-Produkt berichtet. Warum kostenlose Werbung machen, wenn man dafür Geld verlangen kann?

 

6. These für Verschwörungstheorien und Desinformation

Der Eindruck drängt sich seit geraumer Zeit auf, und von Edward Snowden kamen ähnliche Äußerungen, dass es gezielte Desinformationskampagnen gibt.[31] [32] [33] Das muss man sich wie folgt vorstellen: Nehmen wir ein kleines Sammelsurium aus Informationen, die man leicht überschauen kann. Was wäre, wenn man auf diese Informationen hunderte falscher Informationen schmeißt, um das Zurechtfinden zu erschweren?  Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, ob bestimmte Verschwörungstheorien absichtlich gestreut werden, um einen Informationsirrgarten zu schaffen? Wen interessiert, ob die Amerikaner wirklich auf dem Mond waren – was ändert das?

 

Fazit: Kompetenz in der Mediennutzung erlangen

Logisches Denken ist bei der Nutzung aller Medienformate schon die halbe Miete. Man bekommt ein Gespür für Nachrichten – Synapsen müssen sich bilden. So ähnlich ist es bei der Mediennutzung, das Gespür kommt erst mit der Zeit, man wird trotzdem immer wieder auf Schlagzeilen reinfallen und sich von etwas mitreißen lassen. Doch irgendwann geht das von ganz allein – wie laufen lernen.

Differenzierte Beurteilung ist eine Grundeigenschaft, die nicht angeboren ist – man muss sich dazu erziehen. Wir kennen das als Schubladendenken, sodass man eine schlechte Erfahrung auf eine ganze “Menschenkategorie” überträgt: Der Ausländer hat mich geschlagen, alle Ausländer sind schlecht. Eine differenzierte Beurteilung würden einem relativ schnell klar machen, dass es eine Person war und man erst die anderen 7 Milliarden Ausländer kennen lernen muss, um so zu urteilen. Der Mensch macht es sich einfach, daher sind bei NPD-Aufmärschen auch verhältnismäßig wenig Akademiker dabei. Darüber muss der Leser erst einmal hinauswachsen, damit er differenziert beurteilen kann. Warum? Wenn man jemanden nicht mag, glaubt man alles negative, was über ihn gesagt wird.

Nur Fakten als Fakten werten. Wenn Russland zum 31. Mal in die Ukraine einfällt und wieder keine Fakten kommen, sollte man sich eine Beurteilung sofort sparen. Man sollte diese Nachricht nicht mal in seiner Beurteilungsgrundlage mit einfließen lassen, denn das ständige Wiederholen ist gewollt. Verzeih das Goebbels-Zitat, aber es drückt es am besten aus: “So viel Dreck werfen, wie nur geht. Irgendwas bleibt haften.” Wenn Russland dann vielleicht doch mal in die Ukraine einmarschiert, werden wir es zweifelsfrei wissen, das ist mal sicher. Es gibt keinen Grund warum man als Journalist keine Quellen nennen sollte, außer sie sind begründet geheim. Jede Quelle erhöht die Glaubwürdigkeit der Schlagzeile. Ansonsten sollte man den Artikel beginnen mit: “Ich habe gehört”, denn mehr ist es häufig nicht.

Mindestens zwei Seiten hören. Wenn zwei Kinder streiten, und so fühlt sich Politik oft an, hört man sich auch erstmal beide Aussagen an. Bedenke: wenn man in die FAZ schaut und dann noch mal die Süddeutsche liest, aber beide Artikel sind von dpa, dann ist das nur als ein Artikel zu werten. Sinnvoll ist es sich Artikel zu suchen, die unvoreingenommen berichten können. Manche Dinge muss man vielleicht einfach mal von etwas weiter weg betrachten, damit man es erkennt. So ist es im Streit mit Russland weder sinnvoll im NATO-Gebiet zu recherchieren, noch im Russischen. Hierbei wäre beispielsweise die Schweiz von Interesse, oder auch Südamerika. Aber Vorsicht, auch im Ausland schreibt man viel von Reuters ab und das ist NATO-Gebiet.

Matthias Gast

Quellenangaben

[1] Wikipedia, Die vierte Gewalt
[2] Wikipedia, Werbepsychologie, Sex sells: So funktionieren Eye-Catcher
[3] Wikipedia, Bild am Sonntag, Auflagenentwicklung
[4] Wikipedia, Vorstand der Atlantik-Brücke
[5] Wikipedia, Mitglieder der Atlantik-Brücke
[6] [TEIA], Begriffe, Aufgaben und Inhalte des Marketing, 1.1.3 Bedürfnisse
[7] Wikipedia, Demokratie, Direkte Demokratie
[8] Wikipedia, Demokratietheorien
[9] Der Spiegel, CIA-Folterbericht: Was George W. Bush wusste
[10] Tagesschau, Polnische Reaktionen auf CIA-Bericht – Gefängnis ja, Folter nein
[11] BILD, Empörung in USA über CIA-Folter-Bericht: „Das ist nicht Amerika“
[12] Merkur-Online, Die SPD lockt mit Salami-Taktik
[13] Die Zeit, Die Nato-Militärausgaben sind nicht durchdacht
[14] Handelsblatt, Hartz IV soll um acht Euro steigen
[15] Meedia, Die große IVW-Analyse der Zeitungsauflagen
[16] Die Welt, Überfliegen Sie nur – oder lesen Sie schon?
[17] n-tv, “Kreml lässt die Maske fallen” – Russische Panzer angeblich in der Ukraine
[18] FAZ, Abgeordneter wird in Mülltonne geworfen
[19] Die Zeit, Krawalle vor dem ukrainischen Parlament
[20] Wikipedia, Allukrainische Vereinigung „Swoboda“
[21] Die Zeit, BND macht Separatisten für MH17-Absturz verantwortlich
[22] N24, Terrorexperte warnt nach Ottawa-Anschlag – “Deutschland ist Ziel von Terrorgruppen”
[23] N24, NPD-Verbotsverfahren – Im Studio Lars Winkelsdorf
[24] SWR1, Wie man mit Knarren umgeht – Lars Winkelsdorf
[25] Amazon, Waffenrepublik Deutschland: Der Bürger am Abzug
[26] Die Welt, Wie man fürs Fernsehen den Waffenhändler gibt
[27] T-Online, Rekordwert in Umfrage – Deutsche sind mit der Regierung so zufrieden wie nie
[28] Youtube, Mister Poetin, please send my children home
[29] Zeitungs-Marketing-Gesellschaft, Bewertung von Zeitungsanzeigen
[30] neues deutschland, Käuflicher Journalismus
[31] NEOPresse, Bezahlte Forentrolle: Die Tastaturkrieger der Regierung
[32] IKNews, Die Kunst der Täuschung: Geheimdienste als Internet-Trolle
[33] slideshare, Internet Trolle – Die 17 taktischen Regeln des bezahlten Desinformanten