OCCUPEACE est Charlie

Aktuelles on 11 Jan , 2015

OCCUPEACE est Charlie

Wir sind entsetzt über den mörderischen Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris.
Das Satire-Magazin kannten wir vorher nicht. Für uns ist „Charlie“ jedoch das Symbol der satirischen Meinungsfreiheit – auch wenn wir vermutlich nicht alle Karikaturen gut gefunden hätten.
Darum ist der Mord an den zehn RedakteurInnen ein genereller Anschlag auf die Pressefreiheit. Und die – gemeint ist wirkliche(!) Presse-Freiheit – darf auch unserer Meinung nach niemals aufgegeben werden.

Insofern ist auch OCCUPEACE Charlie Hebdo. Daher gilt nicht nur unser Mitgefühl und unsere Solidarität den Opfern und ihren Hinterbliebenen; sondern wir wollen und werden auch ein kleines Zeichen setzen für Meinungs- und Kunstfreiheit eben durch unsere Teilnahme – als Einige von hoffentlich sehr Vielen – an der Kundgebung „Je Suis Charlie“ am 11. Januar um 15 Uhr am Odeonsplatz in München.
Wir stehen ein für ein friedliches Miteinander in Deutschland, in Europa und weltweit.

Wir bringen damit auch diese unsere unverrückbare Haltung zum Ausdruck:
Jegliche Gewaltanwendung – egal von welcher Seite, aus welchem (vermeintlich “edlen”) Motiv und zu welchem Zweck – ist niemals akzeptabel und muss als das benannt werden, was es ist: Unrecht. Gewalt gebiert erneut Gewalt.

OCCUPEACE est Charlie bedeutet aber nicht, dass wir uns mit der sehr vorschnellen medialen Feststellung identifizieren, die ja eigentlich genau besehen lediglich eine Behauptung und Mutmaßung ist: Dass es natürlich nur „Islamisten“ gewesen sein können.

Die tatsächliche Faktenlage ist nämlich sehr dünn. Die Attentäter sind „getötet“ … sie können also nicht mehr befragt werden, können sich nicht mehr gegen die Verdächtigung wehren, können nicht Auskunft geben über ihre Motive und (eventuell tatsächlichen) Auftraggeber.

Und wer nimmt schon seinen Ausweis mit zu solch einer (auch für das eigene Leben) mörderischen Aktion – und „verliert“ ihn dann dramaturgisch korrekt im Fluchtauto? Erinnert das nicht an den „Ausweis“ einer der „Attentäter“ von 9/11, der ebenfalls dramaturgisch passend angeblich vom
Himmel über New York herab gefallen sein soll?

Instruierte Terroranschläge sind uns ja bekannt aus der Vergangenheit … Bologna … Oktoberfest-Attentat … und andere.

Wir werden die volle Wahrheit über den Anschlag auf Charlie Hebdo wohl nie erfahren.

Was wir in keinster Weise tolerieren können, ist die Instrumentalisierung des schrecklichen Geschehens von Paris durch den Front National, die AfD, die NPD und Pegida.
Das geht gar nicht! Toleranz und Freiheit enden dort, wo sie der Intoleranz und Unfreiheit die Tür öffnen würden.

Die sog. „Leitmedien“ liefern durch ihre suggestive – statt investigative – Berichterstattung jedoch eine Steilvorlage.

Was wir aber auch nicht zulassen dürfen: Die diskrete und sarrazynische Instrumentalisierung dieses schrecklichen Mordanschlags (und auch nicht die Gedenk-Kundgebungen!) durch die sog. “bürgerliche Mitte” für eine subtile Förderung des Ressentiment gegen Muslime.
Denn zum Ersten ist diese Tat sowas von un-islamisch.
Und zum Zweiten dürfen wir uns nicht “gegen die Muslime” aufbringen lassen: „Teile und herrsche“ nützt immer nur ganz Wenigen.

Was ebenso inakzeptabel ist: Solch ein Ereignis als willkommenen Anlass zu nehmen, längst in der Schublade vorbereitete Pläne zu noch schärferer General-Überwachung auszupacken oder gar umzusetzen. In Frankreich hat solche Praxis den Anschlag auch nicht verhindert.

Nicht zuletzt wollen wir auch an die Opfer und Angehörigen des zweiten Anschlags von Paris denken – der Überfall auf den koscheren jüdischen Supermarkt mit vier Ermordeten, sowie den drei ermordeten Polizist’Innen Auch ihnen gilt unsere Anteilnahme.

Von all diesen schrecklichen Geschehnissen – und auch all den anderen schlimmen gewaltvollen und kriegerischen Vorgängen dieser Zeit – werden wir uns jedoch nicht entmutigen und abbringen lassen, weiter aktiv zu sein für Frieden, Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit.

München, 10. Januar 2015, um 20 Uhr

Träger-Team von OCCUPEACE München