Frieden und Gewaltfreiheit

Wir verstehen uns als Teil der weltweiten und über hundert Jahre alten Friedensbewegung.
Ebenso verstehen wir uns als Teil der weltweiten Bewegung für Gewaltfreiheit.

Daher ist es natürlich wichtig zu erläutern, was OCCUPEACE unter den Begriffen “Frieden” und “Gewaltfreiheit” versteht.

Frieden

  • Frieden ist der allgemeine Zustand zwischen Menschen, sozialen Gruppen, Staaten oder Interessensblöcken, in dem bestehende Konflikte ohne Gewalt ausgetragen werden.
    Dies schließt Krieg in jeglicher Form zur Durchsetzung von Politik und Interessen aus.
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  • Frieden ist universell, unteilbar, global und muss für alle Menschen in gleicher Weise gelten.
    Insofern sprechen wir von der friedfertigen Weltgesellschaft als oberstes Ziel, das es anzustreben gilt.
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  • Frieden fängt bei uns selbst und in unserem unmittelbaren Lebensumfeld an.
    Nur wer mit sich selbst und/oder den Menschen, mit denen er direkt zusammen lebt und wirkt,
    auch im Frieden ist, wird glaubhaft und wirksam Ziele des Friedens im gesellschaftlichen und politischen Bereich vertreten und erreichen können.
    Insofern gehört z.B. die Methodik der Gewaltfreien Kommunikation untrennbar zu unserem Friedenswirken dazu.
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  • Frieden ist nur erreichbar durch die persönliche Haltung der Friedfertigkeit, der aktiv gestaltete Gerechtigkeit, sowie durch Freiheit.
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  • Voraussetzung des Engagements für den Frieden ist die Möglichkeit zur umfassenden und neutralen Information über die Dinge.
    Eine weitere Voraussetzung ist die Abwesenheit repressiver staatlicher Überwachung samt kommerziell erhobener Datenzulieferung.
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  • Eine Lebenshaltung des Friedens ist untrennbar verbunden mit der Haltung von Respekt und Achtung vor allem Leben.
    Dies schließt in Bezug auf politische Auseinandersetzunen explizit aus: ‘Hate Speech’ (auch intellektuell bzw. rational verbrämt), Haßprojektionen, Stigmatisierung und Dämonisierung von Personen.
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  • Wir bearbeiten das Thema Frieden in konzentrischen Kreisen:
    – der inwendige = persönliche Frieden
    – der Frieden im unmittelbaren Lebensumfeld
    – der Frieden in der Stadt
    – der Frieden im eigenen Land
    – der Frieden in Europa
    – der Frieden in anderen Ländern und Weltregionen
    – der globale Frieden im Beziehungsnetz der internationalen Akteure
    Diese verschiedenen Kreise können auch als unterschiedliche Ebenen gesehen werden.
    Die Herausforderung ist eine zweifache:
    Zum Einen diese verschiedenen Friedensdimensionen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern die vernetzten Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu erkennen und zu benennen. Sozusagen von der Froschperspektive in die Adlerperspektive zu wechseln.
    Zum Anderen nicht nur kurzfristige kriegswollende Ziele wahrzunehmen bzw. friedenswollende Ziele umzusetzen, sondern auch in beiden Fällen entsprechende langfristig angelegte Strategien zu erkennen bzw. zu gestalten.
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  • Frieden ist mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Frieden ist vielmehr der Verzicht auf jegliche Form von verletzender oder tötender, direkter oder struktureller, persönlicher oder kollektiver Gewaltanwendung.
    Gleichwohl beinhaltet leidenschaftliches friedensaktives Engagement den Willen zur kraftvollen Einflussnahme. Dabei gilt für uns unverändert die Erkenntnis von Hannah Arendt: Macht und Gewalt schließen sich gegenseitig aus.
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  • Frieden ist mehr als nur die Haltung des Anti-Militarismus – oder eingeschränkt(er) der Anti-NATO-Position.
    Wenn wir eine friedliche(re) Welt wollen, so muss das auch umfassen:
    – ökologischer Frieden – d.h. angemessener Umgang mit allen Lebewesen, insbesondere mit Tieren
    – religöser Frieden – d.h. Identifikation und Stärkung der friedvollen Elemente der Religionen
    – ökonomischer Frieden – d.h. Abschaffung des Kapitalismus in seiner jetzigen Form als zentraler Ursache für Kriege
    – sozialer Frieden – d.h. Fairness und Gerechtigkeit in der Arbeitswelt
    – inklusiver Frieden – d.h. Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen und Zuwanderern
    Dieser umfassende Blick auf das Thema Frieden, welcher die verschiedenen genannten Aspekte miteinander verknüpft, ist vielleicht unser Beitrag zur Friedensbewegung.
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  • Gleichwohl gilt unser friedensaktiver Einsatz auch den Themen (Ab)Rüstung, Rüstungsexportverbot, Konversion sowie Änderung deutscher und europäischer Außenpolitik.
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  • Friedensaktives Handeln schließt die explizite Kritik an jeglicher Form von Ungerechtigkeit und Gewaltanwendung sowie deren eindeutige Ablehnung mit ein.
  • Frieden bedeutet eine Willkommens- und Eingliederungskultur gegenüber dem und den zunächst Fremden zu pflegen.
  • Frieden bedeutet: Konflikte akzeptieren und annehmen – und wahrnehmen als Lernort für Toleranz* und Interessensausgleich. ———————————————————– *sofern sie nicht die Tür öffnet für Intoleranz

Weiteres zum Verständnis von Frieden ist auch in unserer OCCUPEACE Grundsatz-Erklärung zu lesen.
Im Übrigen scheint uns der Artikel über Frieden bei Wikipedia als Ergänzung des oben Ausgeführten nützlich.

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Gewaltfreiheit

– Text folgt –

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